Kopfnote, Herznote, Basisnote: die Duftpyramide einfach erklärt

Fast jeder kennt die Situation: Im Laden riecht ein Duft fantastisch, zu Hause zwei Stunden später riecht er nach etwas ganz anderem. Daran ist weder deine Nase schuld noch der Duft. Ein Parfum ist in Schichten gebaut, und diese Schichten öffnen sich nacheinander. Man nennt das die Duftpyramide.

Was die Duftpyramide beschreibt

Ein Parfum besteht aus Dutzenden von Rohstoffen, die unterschiedlich schnell verdunsten. Leichte Moleküle sind sofort in der Luft und ebenso schnell wieder weg. Schwere Moleküle brauchen länger, bis man sie überhaupt wahrnimmt, bleiben dafür Stunden.

Aus dieser Reihenfolge ergeben sich drei Phasen: Kopfnote, Herznote, Basisnote. Kein Parfumeur teilt einen Duft in drei getrennte Blöcke ein – die Phasen gehen fliessend ineinander über. Aber als Modell erklärt die Pyramide sehr gut, warum ein Duft über den Tag wandert.

Die Kopfnote: die ersten Minuten

Die Kopfnote ist der erste Eindruck und hält meist fünf bis zwanzig Minuten. Sie ist der Handschlag, nicht das Gespräch.

Typische Kopfnoten: Zitrone, Bergamotte, Grapefruit, Mandarine, frische Kräuter, Minze, grüne Noten, Pfeffer.

Diese Rohstoffe sind flüchtig – sie verdunsten schnell und ohne Reste. Genau deshalb ist die Kopfnote die schlechteste Grundlage für eine Kaufentscheidung: Du beurteilst den Teil des Dufts, den du am wenigsten lang tragen wirst.

Die Herznote: der eigentliche Charakter

Nach etwa zwanzig bis dreissig Minuten übernimmt die Herznote. Sie trägt den Duft über mehrere Stunden und macht seinen Charakter aus. Wenn jemand sagt, ein Parfum sei blumig, würzig oder fruchtig, meint er fast immer die Herznote.

Typische Herznoten: Rose, Jasmin, Veilchen, Iris, Orangenblüte, Zimt, Kardamom, Muskatnuss, Pfirsich, Feige.

Welche Charaktere es gibt und welcher zu dir passt, haben wir in Welcher Duft passt zu mir? ausführlich beschrieben.

Die Basisnote: was am Abend noch da ist

Die Basisnote ist das Fundament. Sie kommt am spätesten zum Vorschein, hält dafür am längsten – bei einem gut gemachten Duft bis zum Abend, auf Kleidung teils tagelang. Fachleute nennen diese Phase den Drydown.

Typische Basisnoten: Sandelholz, Zedernholz, Vetiver, Patchouli, Amber, Vanille, Tonkabohne, Leder, Moschus, Oud.

Die Basisnote entscheidet auch darüber, wie schwer oder leicht ein Duft insgesamt wirkt. Ein Duft mit viel Harz und Holz zieht nach unten, einer mit Moschus und heller Vanille bleibt luftig. Warum ausgerechnet Oud zu den kostbarsten Basisnoten überhaupt gehört, steht in Oud: Warum Agarholz zu den teuersten Duftstoffen der Welt gehört.

Warum ein Extrait de Parfum anders verläuft

Die Konzentration verändert die Pyramide. Ein Eau de Toilette enthält viel Alkohol und einen hohen Anteil flüchtiger Kopfnoten – es öffnet spektakulär und fällt schnell ab. Ein Extrait de Parfum hat einen deutlich höheren Duftölanteil, dadurch mehr Gewicht in Herz und Basis.

In der Praxis heisst das: Ein Extrait wirkt in der ersten Minute oft leiser als ein Eau de Toilette – und ist Stunden später noch deutlich da, wenn vom Eau de Toilette nichts mehr übrig ist. Wer den ersten Sprühstoss als Massstab nimmt, kommt hier zum falschen Schluss.

Was das für deinen nächsten Kauf bedeutet

  • Warte mindestens 30 Minuten, bevor du über einen Duft urteilst. Vorher riechst du nur die Kopfnote.
  • Teste auf der Haut, nicht auf Papier. Auf einem Streifen entwickelt sich die Basisnote nur unvollständig, weil die Körperwärme fehlt.
  • Nicht mehr als einen Duft pro Tag. Nach dem dritten Sprühen kann die Nase nichts mehr unterscheiden.
  • Achte darauf, welche Basisnoten in deinen Lieblingsdüften vorkommen. Sie wiederholen sich fast immer – das ist der zuverlässigste Hinweis darauf, was dir gefällt.

Am einfachsten testest du in Ruhe zu Hause. Bei uns kannst du drei Duftproben gratis bestellen, ohne Kauf und ohne Mindestbestellung.

Häufige Fragen

Wie lange hält die Kopfnote?

Etwa fünf bis zwanzig Minuten, je nach Rohstoff und Hauttyp. Zitrusnoten sind am schnellsten weg.

Was ist der Drydown?

Der Drydown ist die letzte Phase eines Dufts – das, was nach mehreren Stunden von der Basisnote übrig bleibt. Viele Duftliebhaber beurteilen ein Parfum genau danach.

Was bedeutet Sillage?

Sillage ist die Duftspur, die du beim Gehen hinterlässt – also wie weit ein Duft in den Raum reicht. Nicht zu verwechseln mit der Haltbarkeit: Ein Duft kann lange halten und trotzdem nah an der Haut bleiben.

Riecht dasselbe Parfum bei jedem Menschen gleich?

Nein. Hauttyp, pH-Wert, Temperatur und sogar die Ernährung verändern vor allem die Herz- und Basisnote. Deshalb kann ein Duft, der an einer anderen Person grossartig riecht, an dir völlig anders wirken – und umgekehrt.

Warum verschwindet mein Parfum so schnell?

Meistens liegt es an trockener Haut, der Konzentration oder der Auftragsstelle. Die sieben häufigsten Gründe stehen in Warum dein Parfum nach zwei Stunden weg ist.

Fazit

Kopfnote ist der erste Eindruck, Herznote der Charakter, Basisnote das Gedächtnis. Wer das weiss, kauft anders ein – nämlich nach dem, was nach einer halben Stunde auf der Haut passiert, nicht nach dem ersten Sprühstoss.

Unsere Düfte sind durchgehend Extrait de Parfum mit hoher Duftölkonzentration, also mit Schwerpunkt auf Herz und Basis. Zum Sortiment: Damendüfte, Herrendüfte, Unisex oder gleich alle Düfte. Damit dein Flakon so bleibt, wie er gedacht war, hilft ausserdem die richtige Lagerung.


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